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Nachhaltig heizen: Wie werden Wohnungen in Zukunft mit Energie versorgt?

Energie aus Erdwärme gewinnt zunehmend an Bedeutung, um nachhaltig heizen und kühlen zu können – auch im Wohnbau. Für die Warmwasseraufbereitung kommt immer öfter Photovoltaik zum Einsatz. Auch die Wohnbaugruppe ENNSTAL beschäftigt sich intensiv mit diesen Trends.

Seit der kleinen Ökostromnovelle 2018, die es ermöglicht Strom aus Gemeinschaftsanlagen für jede einzelne Wohnung nutzbar zu machen, hat die Photovoltaik im Wohnbau stark an Potenzial gewonnen. Früher musste man den Strom einspeisen. Die direkte Nutzung des gewonnenen Stroms war nur für Einzelanlagen möglich.

 

Photovoltaik im Wohnbau

Mittlerweile werden bei thermischen Solaranlagen große Wasserspeicher, ähnlich wie für Warm­wasser, als Zwischenspeicher verwendet. Die Speichermöglichkeit ist letztlich ein wichtiger Faktor bei der Nutzung von Solarenergie, denn wenn die Sonne scheint, braucht man die Energie meistens nicht. In der Nacht und im Winter, wo vermehrt Energie gebraucht wird, steht die Sonne als Energielieferant aber, wenn überhaupt, nur beschränkt zur Verfügung. „Mit der Speichermöglichkeit sehen wir aufkommendes Potenzial, Photovoltaik im Wohnbau bzw. für jede Wohnung anzubieten und damit auch direkt zu nutzen, was wir vor Ort erzeugen können“, zeigt sich Marcus Deopito, Leiter der Abteilung „Energie & FM“ bei der Wohnbaugruppe ENNSTAL zukunftsorientiert. Er hat auch gleich ein paar Beispiele parat: „Photovoltaik setzten wir z. B. in unserem Neubauprojekt in Wartberg bei St. Barbara ein, aber auch bei Bestandsgebäuden in Graz ist eine ‚Nachrüstung‘ vorgesehen.“

 

Nachhaltig heizen und kühlen mit der Wärmepumpe

Ein weiterer Bereich bei dem Elektrizität wieder an Bedeutung gewinnt, ist das Heizen. Zwar wird Strom hier künftig nur noch indirekt zur Wärmeerzeugung verwendet, nämlich für den Betrieb von Wärmepumpen, ist aber dennoch unerlässlich. Das Verhältnis von eingesetzter elektrischer Energie und erzeugter Wärme ist bei dieser Art der Wärmeerzeugung ein sehr gutes.

 Insgesamt tut sich im Bereich der Wärmepumpen sehr viel. Diese haben den großen Vorteil, dass heizen und kühlen im selben System angeboten werden kann. Statt der üblichen 35°C im Winter, wird im Sommer das Wasser mit 15-20°C in das System geleitet und so über die Fußbodenheizung eine Kühlung der Räume erzielt. Vor allem im urbanen, dicht besiedelten Raum gewinnt diese Technologie immer stärker an Bedeutung, wie z. B. beim Projekt QUARTIER EINS. „Diese Hochhäuser stehen sehr eng beieinander und werden im Sommer mikroklimatisch im wahrsten Sinne des Wortes zum ,Hotspot‘“, so Deopito. Die Luftzirkulation ist eingeschränkt und so plant die Wohnbaugruppe ENNSTAL hier bereits ein derartiges System zum Heizen und Kühlen.

 „Sofern eine sinnvolle Nutzung der Erdwärme möglich ist, wird sie von uns genutzt“, betont Deopito. „Das Problem bei der Erdwärme ist ja immer, die Wärme aus dem Erdboden herauszubekommen. Bei unserem Projekt QUARTIER EINS steht uns der etwa 20 Meter tiefe Hauptbrunnen der ehemaligen Brauerei Reininghaus zur Verfügung. Wir planen, über diesen die Erwärme, die im Grundwasser gespeichert ist, mittels Wärmepumpen zu nutzen.“

 

Ausblick auf das Wohnhaus der Zukunft

Dass die Wohnbaugruppe ENNSTAL in Sachen zukunftsweisender Technologien die Nase vorne hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Smarte Technologien und die Digitalisierung werden daher auch weiterhin immer stärker in die Gebäude einziehen. Im Bereich der Haustechnik liegt der Fokus auf der Fernüberwachung verschiedenster Systeme sowie der weiteren Automatisierung von Prozessen. Vorausschauende Regelungen werden zunehmen, modellprädikative Regelungen verstärkt zum Einsatz kommen, um nachhaltig heizen bzw. ein Gebäude betreiben zu können.

 „Bei all diesen Zukunftsvisionen – unerlässlich sind die Menschen, die Fachleute auf ihrem Gebiet sind, Dinge richtig bewerten und dementsprechend gewisse Prozesse auslösen müssen“, betont Marcus Deopito und verweist damit auf sein ausgezeichnetes Team.

Nachhaltig heizen