Gesundheits- und Ärztezentrum Mureck offiziell fertiggestellt
Nach einer Planungs- und Vorbereitungszeit von rund 12 Monaten konnte das neue Gesundheits- und Ärztezentrum in einer Rekordzeit von 6 Monaten (1. Bauabschnitt) bzw. 11. Monate (Erweiterung – 2. Bauabschnitt) von der Siedlungsgenossenschaft ENNSTAL umgesetzt werde. Am Freitag, dem 4. Oktober 2019 fand nun die offizielle Eröffnung im Beisein von LH-Stv. Mag. Michael Schickhofer statt.

„Im Gegensatz zu Ärzten können wir Architekten Menschen durch Räume nicht heilen, aber eine Atmosphäre schaffen, die für die jeweilige Nutzung adäquat und dienlich ist.“
Die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum wird zunehmend zu einem strukturellen und regionalpolitischen Thema.
Aus architektonischer und städtebaulicher Sicht war es für uns sehr erfreulich und weitsichtig, dass die Gemeinde Mureck durch den Bürgermeister Toni Vukan ein Grundstück zur Verfügung gestellt hat, das eingebunden am Ostrand der Stadt fußläufig erreichbar ist und durch seine Lage und frequenzorientierte Nutzung das Gemeindeleben ideal ergänzt.
Arztbesuche werden so – nicht zuletzt auf Grund der zusätzlich vorhandenen Dienstleistungsfunktionen wie Cafe, Optiker und Bandagist – zu einem vielfältigen Erlebnis und für Einkäufe und einen Stadtbesuch genutzt.
Die klare Trennung von Facharztzentrum und Primärversorgungszentrum ist aus Nutzersicht gewünscht und verleiht dem Ensemble eine gegliederte Leichtigkeit. Gebäudedimensionen und Proportionen wurden von den umgebenden Bauten aufgenommen und in ein stimmiges Ortsbild integriert. Die einladenden, großzügigen überdachten Eingangsbereiche schaffen ein freundliches Entree, dessen Transparenz sich bis in die einzelnen Ordinationen fortsetzt. Auf Barrierefreiheit wurde in allen Bereichen großer Wert gelegt.
Das Facharztzentrum wird von Westen über einen großzügig überdachten Zugangsbereich erschlossen, der gleichzeitig als Rettungsvorfahrt fungiert.
Über eine gemeinsame Erschließungszone erfolgt der direkte Zugang zu den einzelnen Facharztordinationen, die in einer Art „inneren Gasse“ alle Sanitärräumlichkeiten und einen überdeckten Zugang zum Primärversorgungszentrum gewährleistet.
Der Erschließungszone ist ein Optik- u. Orthopädietechnikgeschäft mit angrenzenden Funktions- und Lagerräumen vorgelagert mit direkten Zugängen vom Eingangsbereich bzw. Parkplatz und großzügigen Verglasungen, die als Schaufenster dienen.
Die gewünschte eingeschossige Ausformung des Facharztzentrums bedingt zusätzliche Maßnahmen zur Belichtung: so werden einzelne Räume des Augenarztes bzw. Orthopäden über einen begrünten kleinen Hof natürlich belichtet und belüftet und eine angenehme Aussicht aus dem Wartebereich ermöglicht. Der Lichthof ist über einen Technikraum zusätzlich erschlossen, sodass Wartungs- bzw. Reinigungsarbeiten im Hof von extern erfolgen können.
Die Anordnung der einzelnen Funktionsräume ist entsprechend der „Patientendurchläufe“ der einzelnen Facharztordinationen an der Vorderseite des Gebäudes organisiert, während die Sozial- u. Personalräume generell an der Rückseite des Gebäudes angeordnet sind. Hier befinden sich auch die „Backstage Eingänge“ samt Parkplätzen für die Mitarbeiter.
Die Mittelzonen werden je nach Bedarf über Lichtkuppeln zusätzlich belichtet.
Das bewusst abgesetzte Primärversorgungszentrum beinhaltet im Erdgeschoß eine Ordination für Allgemeinmedizin mit zusätzlichen Räumlichkeiten für ein Cafe / Drogerie. Im Obergeschoß befinden sich die Ordination für interne Medizin, eine Gynäkologische Praxis sowie ein Kinderarzt. Die Patienten-Sanitäranlage ist auch hier für alle Ordinationen zusammengefasst und befindet sich im Erdgeschoß. Der Wunsch einer am Grundstück möglichen Verbindung der östlichen und westlichen Parkierungsflächen wurde Folge geleistet und durch eine zusätzliche fußläufige Verbindung zwischen Facharztzentrum und Primärversorgungszentrum ergänzt um so eine optimale Durchwegung zu ermöglichen
„Ich verfolge seit Jahren mit großem Interesse die landesweit heftig geführte Diskussion um die medizinische Versorgung.“ so Bgm. Toni Vukan „Zutiefst von notwendigen Änderungen überzeugt, habe ich im leer stehenden Areal des ehemaligen BILLA-Marktes schon vor meiner Zeit als Bürgermeister von Mureck den idealen Standort für ein Ärztezentrum gesehen. Der in der Landesregierung für Regionalentwicklung zuständige Mag. Michael Schickhofer hat dann meine Begeisterung kräftig unterstützt und dieses Vorzeigeprojekt ermöglicht. Dank gilt auch den Vertreterinnen und Vertretern der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse für alle Hilfen bei den umfangreichen Vorbereitungen. Die Wohnbaugruppe EENSTAL hat das Zentrum nach sehenswerten Plänen der Architekten Hofrichter-Ritter kompetent und in Rekordzeit umgesetzt. Das Vertrauen aller Ärztinnen und Ärzte sowie der anderen Mieterinnen und Mieter aus dem Gesundheitsbereich in dieses Projekt gibt mir Hoffnung für unsere Zukunft und erfüllt mich mit Dankbarkeit. Ich bin überzeugt, dass diese Einrichtung noch kräftig weiter entwickelt werden wird, zum Nutzen der Bevölkerung von Mureck und der Region!“
Transparenz und Kundenzufriedenheit sind für die Wohnbaugruppe ENNSTAL nicht nur Schlagworte. So können auch die neuen Ärzte und Dienstleister in Mureck – wie alle anderen auch – künftig sowohl über die Homepage der Wohnbaugruppe als auch mittels der www.wohnbaugruppe.at-App für Smartphones alle relevanten Daten (Jahresabrechnung, Belege, Ansprechpersonen) jederzeit abrufen.
FACTS
Bauherr: Siedlungsgenossenschaft ENNSTAL
Planung: Architekturbüro Hofrichter-Ritter, Graz
Statiker: DI Mandl
Baubeginn: September 2018
Bauzeit: 6. bzw. 11 Monate
Baufirma: Fa. Lederer, Graz
Ordninationsgrößen: ca. 55m² bis ca. 300m²
Heizung: Biomasse-Nahwärme, Mureck
Abstellplätze: 57 PKW Abstellplätze
Bauleiter: Ing. Andrea Brandstätter
Gesamtkosten: EUR 5.000.000,-