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Kindersicher – worauf es in der Wohnung ankommt

Die eigenen vier Wände sollen der Ort sein, wo der Nachwuchs behütet aufwachsen kann. Die Umgebung, in der sich Kinder ausprobieren und entwickeln können. Leider lauern hier auch große Gefahrenquellen. Worauf sollten Eltern achten? Hier sind die wichtigsten Tipps vom Verein „Große schützen Kleine“.

Vor allem im ersten Lebensjahr entwickeln sich Kinder rasant. Was an einem Tag noch unmöglich erschien, klappt plötzlich ganz von selbst. „Diese Entwicklungssprünge kommen schnell und oft unerwartet und könne so Ursachen für Unfälle sein“, weiß Universitätsprofessor Holger Till, Präsident des Vereins „Große schützen Kleine“. Potenzielle Gefahren zu „entschärfen“ und ein sicheres Zuhause zu schaffen, meint dabei nicht, zu den viel zitierten Helikoptereltern zu mutieren, sondern schwere und unnötige Unfälle zu vermeiden.

Aber wo liegen denn nun die größten Gefahren für unsere Kleinen?
Im Haushalt zählen Fensterstürze und das Ertrinken in Pools und Schwimmteichen zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen für kleine Kinder.

Sicherheitstipp 1: Fenstersicherung

Jedes Jahr stürzen in Österreich Kinder aus dem Fenster. Besonders gefährdet sind dabei Kleinkinder unter fünf Jahren. Eine Fenstersicherung kann dies verhindern. Diese versperrbaren Sicherungen an Fenstern oder Balkontüren sind schnell montiert. Sie sorgen dafür, dass kleine Kinder auf Entdeckungsreise die Fenster gar nicht erst selbst öffnen können. Sessel, Tische und Kinder-betten sollten außerdem nicht unter den Fenstern stehen und während des Lüftens dürfen kleine Kinder nicht allein im Raum bleiben.

Sicherheitstipp 2: Nicht allein im/neben dem Wasser

In den ersten Lebensjahren haben Kinder eine Art „Totstell-Reflex“ und heben den Kopf nicht allein aus dem Wasser. Bereits 3-4 Minuten unter Wasser können zu irreversiblen Gehirnschäden führen, kurz darauf kommt es zum Tod. Deshalb Kleinkinder niemals unbeaufsichtigt in der Badewanne oder im Planschbecken lassen! Schwimmbecken oder Biotope sollten ohnehin umzäunt und versperrt sein. Beim Baden in der Wanne den Raum auch nicht kurz verlassen – zu leicht übersieht man die Zeit und dabei zählt jede Sekunde.

Sicherheitstipp 3: Vorsicht in der Küche

Das Leben mit Kindern spielt sich zu einem großen Teil in der Küche ab. Verbrennungen und Verbrühungen sind schwere Unfälle, denen man mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen entgegenwirken kann. Herdschutzgitter und Backrohrsicherungen bieten wirksamen Schutz. Zusätzlich ist es ratsam auf dem Herd möglichst die hinteren Kochstellen zu nutzen. Pfannenstiele nach hinten drehen, damit sie nicht „verlockend“ wirken. Wenn die Kleinen auf Entdeckungsreise gehen – und das tun sie gefühlt ständig – ist es besser, auf Tischtücher zu verzichten. Zu leicht können Kids dadurch Gefäße mit heißen Flüssigkeiten herunterziehen.
Das heiße Bügeleisen, der Wasserkocher, die Brotschneide- oder Kaffeemaschine dürfen Kindern nie zugänglich sein. Und bitte niemals ein Baby und z. B. ein heißes Getränk zugleich tragen. Eine Bewegung des Kindes kann schon zum Verschütten und damit zu Verbrühungen führen.

Sicherheitstipp 4: Achtung bei „Kleinigkeiten“

Kleine Kinder stecken erstmal alles in den Mund. Kleinteile von Spielsachen, Münzen aber ebenso feste Lebensmittel wie Nüsse oder Weintrauben bergen deshalb besondere Gefahren. Denn sie können unzerkaut im Hals steckenbleiben. Hier gilt es immer, die Umgebung zuerst genau auf diese Gefahren hin unter die Lupe zu nehmen. Auch Plastiksackerl sollten wegen der Erstickungsgefahr nie für Kinder zugänglich sein.

Sicherheitstipp 5: Möbel an der Wand befestigen

In Hochstühlen und Wippen sollten Kindern immer gut gesichert bzw. festgeschnallt sein. Aber auch Möbelstücke, Kästen und Regale müssen gesichert sein, da sie Kinder in einem gewissen Alter durchaus zu gefährlichen Klettertouren verführen können. Aus diesem Grund sollte man Möbel unbedingt an der Wand befestigen. Aber auch z. B. der Fernseher sollte fixiert werden, damit ein Kind ihn nicht zum Umkippen bringen kann.

Sicherheitstipp 6: Giftiges außer Reichweite bringen

Putzmittel, Zigaretten und Alkohol immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Sobald Kinder mobil werden, sollte man die eigene Wohnung diesbezüglich genau unter die Lupe nehmen. Wurden Putzmittel bisher unter dem Waschbecken aufbewahrt, müssen sie nun an einen hohen bzw. versperrbaren Orten umgesiedelt werden. Auf die Zimmer- und Balkonpflanzen ebenfalls nicht vergessen: Oleander, Weihnachtsstern und Gummibaum sind zum Beispiel giftig.

Treppenschutzgitter und Steckdosenschutz sind weitere gute Möglichkeiten, das Zuhause zu einem sicheren Ort aufzurüsten. Und wer die wichtigsten Notrufnummern im Vorzimmer aufhängt und in sein Mobiltelefon einspeichert, muss in einem Notfall nicht danach suchen. Gute Checklisten zum Thema Kindersicherheit findet man online auch unter www.grosse-schuetzen-kleine.at. Die Expertinnen und Experten des Vereins können außerdem bei speziellen Fragen weiterhelfen.