Don’t worry, be ready! – Tipps für die private Blackout-Vorsorge
Längere, flächendeckende Stromausfälle sind selten, aber nicht unrealistisch. Wer vorsorgt, tappt nicht im Dunklen und schont im Ernstfall die Nerven. Hier kommen einige Tipps für den Fall der Fälle.
Da sitzt man gerade noch gemütlich vor dem Fernseher und schaut seine Lieblingsserie, und plötzlich ist es still und dunkel. Ärgerlich, vor allem, wenn nicht nur der Fernseher kurzzeitig ausgefallen ist, sondern beim Blick aus dem Fenster auch die ganze Nachbarschaft ohne Strom dasteht. Blackout. Ein Wort, das viele Menschen mit dem Titel eines guten Buches verbinden, ist in den letzten Monaten durch Vorfälle wie den Stromausfall in drei Wiener Bezirken im November oder Blackout-Übungen in den Bundesländern in den Blickpunkt gerückt. Für alle, die für den Fall der Fälle gerüstet sein wollen, haben wir hier eine kleine Blackout-Vorsorge zusammengefasst.
Tipps:
Essensvorrat: Ohne Strom bleiben elektronischen Türen und Supermarktkassen geschlossen, für ca. 2 Wochen sollte man daher (ungekühlt gut haltbare) Lebensmittel vorrätig haben. Neben Nudeln, Reis etc. sollten auch nahrhafte Lebensmittel eingelagert werden, die ungekocht verzehrt werden können (Nüsse, Haferflocken, Trockenfrüchte, Keimsprossen, Konserven, …) Vorräte sollten regelmäßig auf Ablauf des Haltbarkeitsdatums überprüft und ersetzt werden. Bei der Auswahl der Nahrungsmittelvorräte die individuellen Geschmacksvorlieben berücksichtigen. Und nicht vergessen, auch Vierbeiner brauchen was zwischen den Zähnen!
Trinkwasservorrat: In Österreich fließt bestes Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn. Zu beachten ist aber, dass in höher gelegenen Regionen oder Hochhäusern ohne elektrische Pumpe auch kein Leitungswasser sprudelt. Ob Notstrom-Aggregate vorhanden sind, erfragen Sie am besten bei der Hausverwaltung. Sicherheitshalber sollte man unverzüglich nach dem Stromausfall z.B. die Badewanne mit dem Restwasser aus der Leitung füllen. 1,5 bis 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag gilt als Richtwert, manche Experten raten 35 Liter pro Person einzulagern.
Alternative Kochmöglichkeit: Hier tut es für eine Kleinfamilie ein Campingkocher mit Gaskartuschen, auch ein mit Spiritus betriebener Fondue-Kocher ist in manchen Haushalten ohnehin vorhanden und kann gute Dienste leisten. Besondere Vorsicht ist geboten, da der ungewohnte Umgang mit offenem Feuer zu Bränden führen kann. Daher gehören auch Rauchmelder sowie ein Feuerlöscher auf die Checkliste.
Ersatzbeleuchtung: Kerzen, Zündhölzer, Feuerzeuge, Taschen- und Stirnlampen mit Ersatzbatterien, insbesondere auch Solarlampen und manuell aufladbare Lampen sind eine sinnvolle Investition.
Empfangseinrichtungen: Was viele Menschen nicht „am Schirm“ haben, im Falle eines Blackouts ist auch vorübergehend Schluss mit Flimmerkiste, WWW und Telefonie. Einziges Informationsmedium bleibt das Radio. Neben dem Autoradio ist ein Radio, das mit Batterien oder besser noch mit Handkurbel oder Solarenergie betrieben wird, eines der wichtigsten Notfall-Tools.
Erste Hilfe – Zivilschutz-Apotheke: Verbandsmaterial und wichtige Medikamente für ca. 2 Wochen.
Geld: Bewahren Sie immer etwas Bargeld zu Hause auf. Ideal sind kleine Scheine und Münzen.
Auto: Das Auto sollte zumindest immer halb vollgetankt sein, da die Zapfsäulen ohne Strom nicht funktionieren.
Hygieneartikel: Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Shampoo, Toilettenpapier, Binden, Tampons
Alternative Heizmöglichkeit: Heizgeräte, die mit Petroleum oder Flaschengas betrieben werden, gibt es mittlerweile bereits relativ kostengünstig ab ca. 100 Euro aufwärts. Wer einen Kaminanschluss hat, kann sich für einen Kachel- oder Kaminofen mit zusätzlicher Koch- und Backfunktion entscheiden. Auf Brennstoff-Vorräte nicht vergessen. Brandgefahr beachten!
Weitere nützliche Dinge, die ohnehin in den meisten Haushalten vorrätig sind: Schlafsäcke, warme Decken, warme Kleidung, Spiele, Blöcke, Schreibstifte, Klebebänder, Kabelbinder, Müllsäcke, Waschmittel, Müllbeutel, Putzmittel, Einweggeschirr
Zivilschutzsignale
Bei einem flächendeckenden Blackout oder anderen Notfällen ertönt die Sirene.
Das bedeuten die Zivilschutzsignale:
3 Minuten Dauerton: Gefahr in Verzug
1 Minute An- und abschwellender Ton: unmittelbare Gefahr. (Kurbel-)Radio einschalten!
1 Minute Dauerton: Die Gefahr ist vorbei
Mehr Informationen und Vorkehrungen findet man auch auf der Seite des Zivilschutzverband.