Heimkommen, durchatmen, wohlfühlen – mit Zimmerpflanzen
Grünpflanzen sind nicht nur natürliche „Luftbefeuchter“ und Sauerstoffspender, sie können auch Schadstoffe binden und wirken stressreduzierend. Damit haben sie zweifellos Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Für die einen reicht eine stylische, tropische Pflanze auf dem Sideboard, andere leben in einem wahren Indoor-Dschungel. Zu wenig oder zu viel – darüber lässt sich nur schwer objektiv urteilen, denn mit der Wirkung von Zimmerpflanzen auf unsere Gesundheit beschäftigt sich die Forschung kaum. Die vorhandenen Studien zu dieser Thematik sagen jedoch, dass Zimmerpflanzen das subjektive Wohlbefinden durchaus steigen können.
Zimmerpflanzen für bessere Laune
So zeigt beispielsweise eine Studie aus den Niederlanden den positiven Einfluss von Zimmerpflanzen auf Büroangestellte. Diese waren nicht nur besser gelaunt, auch die Zufriedenheit mit ihrer Leistung stieg. Sogar die Krankmeldungen gingen zurück, nachdem das Büro mit Zimmerpflanzen ausgestattet wurde. Und es ist auch belegt, dass die Grünpflanzen in den Büros durch Photosynthese für den Abbau des schädlichen Kohlendioxids sorgen, das wir mit unserer Atemluft erzeugen. Zusätzlich können sie die Luft sogar von flüchtigen organischen Verbindungen reinigen.
Ein Wohnzimmer ist keine Raumstation
Allerdings ist dieser Effekt weit geringer, als oftmals verbreitet wird. Was daran liegt, dass die Behauptung der luftreinigenden Wirkung von Zimmerpflanzen auch heute noch oft auf einer Studie der NASA basiert. Diese, in einer rein experimentellen Umgebung abgehaltene Studie, hatte den Zweck, Wege zu finden, die Luft in Raumstationen effektiv zu entgiften. Was auch belegt werden konnte – jedoch bräuchte es für eine entsprechende Wirkung in Wohn- oder Büroräumen eine sehr große Zahl an Pflanzen. Mit richtigem Lüften erreicht man also außerhalb von Raumstationen rascher einen höheren Effekt …
Ein Bild von einem Baum
Nichtsdestotrotz weiß man um die positive Wirkung von Pflanzen auf uns Menschen schon lange Bescheid. Wird in Stresssituationen beispielsweise Adrenalin ausgeschüttet und Cortisol freigesetzt, der Atem beschleunigt und der Blutdruck in die Höhe getrieben, so hat ein Spaziergang im Wald genau die gegenteilige Wirkung. Er holt uns wieder runter, wie es so schön heißt. Was diesen Effekt genau hervorruft, ist noch nicht gänzlich erforscht. So viel ist aber klar: Ob es sich um Bäume oder Topfpflanzen handelt, ist nicht unbedingt ausschlaggebend. Denn man fand heraus, dass selbst Bilder von Landschaften für Entspannung sorgen.
Weniger kann auch mehr sein
Es kommt also weniger auf die Zahl und Art der Pflanzen an, die wir uns in die Wohnung oder ins Büro stellen, viel wichtiger ist es, dass sie uns gefallen. Und dass ihr Anblick ein gutes Gefühl in uns auslöst. Denn auch 100 Gummibäume werden keinen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden haben, wenn wir Gummibäume hassen …